Ratgeber · E-Commerce in Deutschland

Onlineshop in Deutschland eröffnen: die Checkliste 2026.

Du willst in Deutschland online verkaufen, von hier aus oder aus der Türkei? Dann brauchst du mehr als einen schönen Shop. Diese Liste zeigt, was vor der ersten Bestellung stehen muss.

Stand: September 2026 · 8 Minuten Lesezeit · Curitac, Düsseldorf

Kurz gesagt
  • Ohne Gewerbe und Steuernummer kein Verkauf.
  • Impressum, Datenschutz, Widerruf und AGB gehören in jeden Shop.
  • Preise stehen immer inklusive Mehrwertsteuer da, der Bestellbutton heißt „zahlungspflichtig bestellen“.
  • Wer Ware verschickt, registriert sich im Verpackungsregister LUCID.
  • Beim Versand aus der Türkei kosten seit dem 1. Juli 2026 auch kleine Pakete Zoll.

1. Gewerbe, Steuernummer, Umsatzsteuer

Wer in Deutschland gewerblich verkauft, meldet ein Gewerbe beim Gewerbeamt seiner Stadt an. Danach fragt das Finanzamt über ELSTER die steuerlichen Daten ab und vergibt eine Steuernummer. Für Geschäfte innerhalb der EU kommt die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer dazu.

Die Umsatzsteuer beträgt in der Regel 19 Prozent, für manche Waren wie viele Lebensmittel und Bücher 7 Prozent. Ob für dich die Kleinunternehmerregelung infrage kommt, klärst du mit deiner Steuerberatung.

Du verkaufst aus der Türkei?Du kannst eine Firma in Deutschland gründen oder direkt aus der Türkei an deutsche Kundschaft liefern. Der zweite Weg ist schneller gestartet, bringt aber Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und zusätzliche Pflichten mit. Mehr dazu in Abschnitt 6.

2. Pflichtseiten: Impressum, Datenschutz, Widerruf

Impressum

Name oder Firma, ladungsfähige Anschrift, E-Mail und ein zweiter schneller Kontaktweg, dazu Registereintrag und USt-IdNr., falls vorhanden. Von jeder Seite aus mit höchstens zwei Klicks erreichbar.

Datenschutzerklärung und Cookies

Sie erklärt, welche Daten dein Shop zu welchem Zweck verarbeitet. Für Analyse- und Werbe-Cookies brauchst du vorher eine Einwilligung über ein Consent-Banner.

Widerrufsbelehrung

Verbraucher dürfen online gekaufte Ware 14 Tage lang ohne Begründung zurückgeben. Du musst darüber belehren und ein Muster-Widerrufsformular bereitstellen. Fehlt die Belehrung, verlängert sich die Frist auf bis zu zwölf Monate und 14 Tage.

AGB

Nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber praktisch Standard: Hier regelst du Vertragsschluss, Zahlung, Lieferung und Gewährleistung.

Rechtstexte nicht selbst übersetzenKopieren aus anderen Shops oder Übersetzen aus dem Türkischen kann teuer werden: Wettbewerber und Verbände dürfen Fehler abmahnen. Dienste wie eRecht24, Händlerbund oder IT-Recht Kanzlei liefern aktuell gehaltene Texte im Abo, Sonderfälle prüft eine Kanzlei.

3. Preise und Bestellbutton

Preise stehen im Shop immer als Gesamtpreis inklusive Mehrwertsteuer, mit einem Hinweis auf die Versandkosten. Bei Ware nach Gewicht oder Volumen gehört der Grundpreis dazu, zum Beispiel pro Kilogramm oder Liter.

Der letzte Button im Checkout muss klar sagen, dass jetzt Geld fließt. Üblich ist „zahlungspflichtig bestellen“ oder „jetzt kaufen“. Ein Button, auf dem nur „weiter“ oder „bestellen“ steht, reicht nicht.

4. Verpackung: LUCID und die neuen EU-Regeln

Wer verpackte Ware an Kundschaft in Deutschland schickt, registriert sich vor dem ersten Versand im Verpackungsregister LUCID und beteiligt seine Verpackungen an einem dualen System. Das gilt auch für kleine Shops und auch für Versandkartons.

Seit dem 12. August 2026 gilt dafür die neue EU-Verpackungsverordnung. Die Registrierung bleibt Pflicht. Händler ohne Sitz in Deutschland brauchen in der Regel einen Bevollmächtigten im Land, der die Pflichten für sie übernimmt.

5. Produktsicherheit (GPSR)

Seit dem 13. Dezember 2024 gilt die EU-Produktsicherheitsverordnung. An jedem Angebot müssen Name, Anschrift und E-Mail des Herstellers stehen, dazu Warnhinweise in deutscher Sprache. Sitzt der Hersteller außerhalb der EU, braucht das Produkt eine verantwortliche Person mit Sitz in der EU, die ebenfalls im Angebot genannt wird.

6. Versand aus der Türkei: Zoll und Steuer

Die Türkei gehört nicht zur EU. Jede Sendung an deutsche Kundschaft ist eine Einfuhr: Es fallen Einfuhrumsatzsteuer und seit dem 1. Juli 2026 auch bei kleinen Paketen Zoll an. Für Sendungen bis 150 Euro Warenwert gilt übergangsweise eine Pauschale von 3 Euro je Warengruppe im Paket.

Mit dem Import-One-Stop-Shop (IOSS) rechnest du die Umsatzsteuer schon beim Verkauf ab, und deine Kundschaft zahlt an der Haustür nichts nach. Ohne IOSS kassiert der Paketdienst Steuer und Gebühren bei der Zustellung, und das kostet Bewertungen. Verkäufer ohne Sitz in der EU brauchen für IOSS in der Regel einen Vertreter in der EU.

Der pragmatische Weg: ein Lager in DeutschlandViele Händler lösen das mit einem Lager in Deutschland: Die Ware kommt einmal gesammelt durch den Zoll, der Versand an die Kundschaft läuft danach wie bei jedem deutschen Shop. Auch Retouren werden so einfacher.

7. Zahlung, Sprache, Barrierefreiheit

Deutsche Kundschaft zahlt am liebsten mit PayPal, auf Rechnung, per Lastschrift oder mit Karte. Fehlt die gewohnte Zahlungsart, brechen viele den Kauf ab.

Shop, Rechtstexte und Bestellbestätigungen gehören auf Deutsch, und zwar in gutem Deutsch. Eine türkische Sprachversion daneben ist ein Vorteil, kein Ersatz.

Seit dem 28. Juni 2025 müssen Onlineshops für Verbraucher außerdem barrierefrei sein (BFSG). Ausgenommen sind Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz.

8. Wie weit ist dein Shop?

Technisch setzen wir das mit Shopify um: deutsche Zahlungsarten, Versandregeln, Pflichtseiten an der richtigen Stelle, deutsche und türkische Sprachversion. Die Rechtstexte kommen von deinem Rechtstext-Dienst, wir bauen sie ein.

Noch unsicher beim Shopsystem? Hier ist unser Vergleich: Shopify oder ikas, was für den Verkauf nach Deutschland passt.

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Oder direkt: 0173 8291111 · info@curitac.de